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Angelithklar · Mineralstoff Magnesium

Ein Wort aus der Chemie, das auf Getränkeflaschen gelandet ist

Elektrolyt heißt ursprünglich nichts weiter als: ein Stoff, der sich in Wasser in geladene Teilchen auflöst und die Flüssigkeit dadurch leitfähig macht. Speisesalz ist das bekannteste Beispiel — im trockenen Zustand ein Kristall, im Glas Wasser zwei getrennte Ionensorten. Im menschlichen Körper geht es um dieselbe Physik, nur in größerer Zahl: Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Chlorid, Bikarbonat und Phosphat liegen dort nebeneinander in Lösung.

Ein erwachsener Mensch besteht zu etwa sechzig Prozent aus Wasser, und dieses Wasser ist nicht ein einziger Behälter. Rund zwei Drittel davon stehen im Inneren der Zellen, das verbleibende Drittel außerhalb — verteilt auf die Flüssigkeit zwischen den Zellen und auf das Blutplasma. Jeder dieser Räume hat sein eigenes Ionenmuster, und in jedem gilt dieselbe Bedingung: Die Summe der positiven Ladungen muss der Summe der negativen entsprechen. Verschiebt sich auf einer Seite etwas, gleicht ein anderes Teilchen die Bilanz aus.

Magnesium ist in dieser Aufstellung ein Ion der leisen Sorte. Im Blutserum bewegt es sich bei gesunden Erwachsenen ungefähr zwischen 0,75 und 1,05 Millimol je Liter — gegenüber rund 140 Millimol Natrium ist das ein schmaler Posten. Trotzdem führt die Europäische Union für dieses Element drei gesundheitsbezogene Angaben, die einzeln geprüft und einzeln zugelassen wurden. Eine davon lautet: Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012.


Zahlen, Wege, Wortlaut

Magnesium, gerechnet in Millimol statt in Milligramm

Auf einer Verpackung steht eine Zahl in Milligramm, auf einem Laborzettel eine Zahl mit Komma und der Einheit mmol/l. Angelithklar geht der Frage nach, was zwischen diesen beiden Größen liegt — und wo die drei freigegebenen Sätze der EU dabei ansetzen.

Zur Sichtung

Woran sich jede Aussage auf dieser Seite messen lassen muss

Die folgenden drei Formulierungen sind in der Europäischen Union für Magnesium freigegeben. Jede stammt aus einem eigenen Gutachten, jede steht für sich. Sie lassen sich weder verkürzen noch zu einer weitergehenden Aussage zusammenziehen.

Mg

Osmolalität: warum die Teilchenzahl zählt und nicht das Gewicht

Wasser wandert dorthin, wo mehr gelöste Teilchen stehen. Maßgeblich ist dabei nicht die Masse eines Stoffes, sondern die Anzahl der Teilchen — deshalb rechnet die Physiologie in Millimol. Magnesium liegt im Blutplasma teils frei vor, teils an Eiweiß gebunden, teils in Komplexen mit Citrat oder Phosphat. Nur der freie Anteil geht in die Ladungsbilanz eines Flüssigkeitsraums ein; er ist zugleich derjenige, den die Niere filtriert.

„Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Der Magnesiumblock im NMDA-Kanal

Eine der genauer beschriebenen Stellen im Nervengewebe ist ein Ionenkanal, der auf den Botenstoff Glutamat reagiert. Solange die Zellmembran ihr Ruhepotenzial hält, sitzt ein Magnesiumion in der Pore und hält sie verschlossen. Erst wenn die Membran ausreichend umgeladen wird, räumt das Ion die Pore und der Kanal wird durchgängig. Diese Spannungsabhängigkeit ist Lehrbuchstoff der Neurophysiologie und beschreibt einen Vorgang, keine Wirkung eines Erzeugnisses.

„Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Adenosintriphosphat kommt in der Zelle nicht allein vor

Adenosintriphosphat trägt an seinen Phosphatgruppen mehrere negative Ladungen, die sich gegenseitig abstoßen. In der Zelle liegt es deshalb fast durchweg als Verbund mit einem zweifach positiv geladenen Magnesiumion vor, das zwei dieser Gruppen zusammenhält. Enzyme, die Phosphat übertragen, greifen nach genau diesem Verbund und nicht nach dem freien Molekül. Die Fachliteratur führt mehrere hundert Reaktionen, in denen dieser Umstand eine Bedingung ist — von der Glykolyse bis zum letzten Schritt der Atmungskette.

„Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012


Aufnahme, Rückholung, Ausscheidung: drei Stellen, an denen die Menge festgelegt wird

Ein erwachsener Körper enthält größenordnungsmäßig vierundzwanzig Gramm Magnesium. Etwa sechs von zehn Anteilen sitzen im Knochengewebe, gut ein Viertel in der Skelettmuskulatur, der Rest verteilt sich auf andere Zellen. Weniger als ein Prozent des Gesamtbestands zirkuliert außerhalb der Zellen — und ausgerechnet dieser Bruchteil ist der einzige, den eine gewöhnliche Blutentnahme erfasst. Wer verstehen will, wovon der Wert auf einem Befund abhängt, muss drei Stationen betrachten.

TRPM6 in der Darmwand und der Weg zwischen den Zellen

Der Dünndarm lässt Magnesium auf zwei getrennten Wegen passieren. Der eine führt durch die Epithelzelle hindurch und beginnt an einem Kanalprotein mit der Bezeichnung TRPM6; dieser Weg ist begrenzt und trägt vor allem dann, wenn wenig angeboten wird. Der andere verläuft zwischen den Zellen hindurch und folgt schlicht dem Konzentrationsunterschied — er nimmt zu, je mehr im Darmlumen steht. In der Summe passiert je nach Zufuhr und Begleitkost ungefähr ein Drittel bis die Hälfte der aufgenommenen Menge die Darmwand. Bei sehr hoher Zufuhr sinkt dieser Anteil, die absolute Menge steigt dennoch.

Die Begleitkost verschiebt die Quote in beide Richtungen. Phytat aus Getreideschalen und Hülsenfrüchten bindet zweiwertige Ionen und senkt den durchgelassenen Anteil. Fermentierbare Kohlenhydrate im Dickdarm haben in Untersuchungen den umgekehrten Effekt gezeigt. Die Zahlen aus solchen Studien streuen breit, weshalb Fachgesellschaften ihre Zufuhrempfehlungen mit einem Sicherheitsabstand angeben und nicht als Punktwert.

Die aufsteigende Henle-Schleife holt den größten Teil zurück

Die Niere filtriert täglich ein Mehrfaches dessen, was über die Nahrung hereinkommt: Nur der nicht eiweißgebundene Anteil des Plasmamagnesiums geht durch den Filter, das sind bei Erwachsenen rund zwei Gramm am Tag. Fast alles davon wird auf dem Weg durch das Tubulussystem wieder eingesammelt. Den größten Posten übernimmt der dicke aufsteigende Teil der Henle-Schleife, wo das Ion zwischen den Zellen hindurchtritt; die Durchlässigkeit dieser Stelle hängt an zwei Eiweißen der Verschlusskontakte, Claudin 16 und Claudin 19.

Die Feinabstimmung findet weiter hinten statt, im gewundenen Abschnitt hinter der Schleife. Dort sitzt wiederum TRPM6, diesmal in der Nierenzelle, und stellt ein, wieviel am Ende im Harn erscheint. Netto verlässt etwa ein Zehntel eines Gramms den Körper täglich auf diesem Weg. Sinkt die Zufuhr, geht die Ausscheidung innerhalb weniger Tage zurück — der Organismus richtet die Bilanz nach, ohne dass sich der Serumwert notwendigerweise bewegt.

Der Geltungsbereich, der zu jedem der drei Sätze gehört

Alle drei zugelassenen Angaben beschreiben die Erhaltung eines normalen Zustands beziehungsweise einen normal ablaufenden Vorgang. Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei, Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei und Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Keiner dieser Sätze spricht über Krankheiten, über Beschwerden oder über Messwerte einzelner Personen.

Zwei Bedingungen gehören zu jeder Angabe dazu. Erstens gilt sie für die allgemeine Bevölkerung ohne ärztliche Diagnose. Zweitens darf ein Erzeugnis den Satz nur führen, wenn es eine in der Kennzeichnungsverordnung festgelegte Mindestmenge des Stoffes enthält; unterhalb dieser Schwelle ist die Verwendung des Wortlauts nicht zulässig. Beides steht selten auf der Vorderseite einer Packung, gehört aber zum Satz wie die Fußnote zum Text.


Der Zugang zur Sichtung

Die Sichtung führt sieben Abschnitte aus, die hier nur angerissen sind: eine Tagesration in Millimol umgerechnet, die Zufuhrwerte mehrerer Behörden nebeneinandergestellt, eine Portionstabelle mit Fundstelle je Zahl und ein Frageteil aus der Leserpost. Der Zugang wird als Datei bereitgestellt.

49,00 € inkl. MwSt.

Einmaliger Zugang · Digitales Informationsprodukt

Zwei Wochen ab Bereitstellung

Maßgeblich ist der Tag, an dem der Zugang bei Ihnen ankommt. Von da an haben Sie vierzehn Tage Zeit, den Kauf rückgängig zu machen, und Sie müssen dafür keinen Grund angeben. Eine kurze Mitteilung per E-Mail reicht aus. Die Rückzahlung erfolgt über dasselbe Zahlungsmittel, das Sie beim Kauf verwendet haben. Wie die Frist im Einzelnen läuft und wie das Musterformular aussieht, steht in der Widerrufsbelehrung.


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Was auf dieser Webseite steht, ist allgemeine Information zu Ernährung und Physiologie. Es ist keine medizinische Beratung, keine Diagnose und keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei anhaltenden Beschwerden, bei bestehenden Erkrankungen, bei der Einnahme von Arzneimitteln sowie in Schwangerschaft und Stillzeit gehört die Einschätzung in eine ärztliche Praxis oder in eine Apotheke. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die vom Hersteller angegebene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Solche Erzeugnisse gehören außer Reichweite kleiner Kinder.

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